Der dreifache Champion Boris Becker ist 2011 Wimbledon-Experte auf Sky und für die BBC. Titelverteidiger Rafael Nadal sieht er diesmal nicht ganz oben.
Nur wenige Experten legen sich vor Wimbledon 2011 auf einen Favoriten im Herrentableau fest. Einig sind sich dennoch alle: Die Top vier werden erneut dominieren.
Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer und Andy Murray werden beste, etwa gleich verteilte Chancen eingeräumt. Jeder andere, der dazwischenfunkt, wäre ein Sensationssieger.
Boris Becker lässt sich aber doch auf einen Tipp zugunsten von Roger Federer und Andy Murray ein: "Fed and Murray", twitterte der dreifache Wimbledonchampion, seien seine Favoriten auf den Sieg im Londoner Südwesten.
Becker: "Federer hat das beste Repertoire"
"Federer hat das beste Repertoire. Und auf Rasen ist er wie verwandelt", erklärt Becker in der "Welt". "Roger wird in diesem Jahr auch sehr aggressiv seine Chancen suchen."
Der Schweizer, der Wimbledon bereits in den Jahren 2003 bis 2007 sowie 2009 als Sieger verlassen konnte, erwartet jedoch 2011 ein ganz neues Center-Court-Feeling. "Es wird ein komisches Gefühl sein, in Wimbledon sozusagen in einer Halle zu spielen", so Federer, "das ist schon was Neues."
Center Court überdacht
Denn nach zwei nahezu regenlosen Jahren verheißen die Wetterprognosen in diesem Jahr nichts Gutes. Bereits am ersten Turniertag sorgte Regen für Verschiebungen und Ausfälle. So kommt das Dach (2009 fertiggestellt) wohl erstmals dauerhaft zum Einsatz.
Boris Becker, der den Center Court stets als "sein Wohnzimmer" bezeichnete, weiß: "Dieses Turnier ist das wichtigste und schönste überhaupt. Aber es kostet dich wahnsinnig viel Nerven. Regen und Regenpausen verändern den Charakter des Ganzen."
Wimbledon-Experte für Sky: "Becker wichtig wie Beckenbauer"
Becker wird beim ältesten Grand Slam als Experte für Sky tätig sein. An der Seite von Moderator Stefan Hempel analysiert der 43-Jährige die Spiele der vier Topfavoriten ebenso wie die Leistungen der DTB-Profis.
"Es freut mich, dass er uns zur Verfügung stehen wird – er ist so wichtig wie Beckenbauer für eine Fußballübertragung. Becker hat den Kontakt zur Tennis-Welt nie abbrechen lassen und ist deshalb eine Bereicherung für Sky", freut sich Kommentator Gerd Szepanski im Interview mit "quotenmeter.de" auf die Unterstützung.
Außerdem als Experten für den Bezahlsender am Start: Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen und Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.
Becker kommentierte Nadals erste Runde
Auch für die BBC ist Becker in diesem Jahr wieder im Einsatz. Nachdem der sechsfache Grand-Slam-Champion am 5. Juni das French-Open-Finale zwischen Rafael Nadal und Roger Federer (7:5, 7:6, 5:7 und 6:1) für die Engländer kommentiert hatte, saß Becker am ersten Tag der Championships in Wimbledon erneut am BBC-Mikrofon.
Becker analysierte das Erstrunden-Match des Titelverteidigers Nadal gegen den US-amerikanischen Außenseiter Michael Russell.
Der Spanier tat sich beim letztlich souveränen 6:4, 6:2, 6:2-Erfolg lediglich im ersten Satz schwer, als er zwischenzeitlich mit 2:4 in Rückstand geriet. Für den Favoritentipp des Experten Becker reicht es für den nur noch knapp Führenden der Weltrangliste diesmal trotzdem nicht.