
Pius Heinz (l.) bekommt es im Finale neben Außenseiter Martin Staszko mit dem Favoriten Ben Lamb (r.) zu tun © Neil Stoddart
Pius Heinz setzte sich in Las Vegas im Heads-Up gegen den Tschechen Martin Staszko nach mehr als sechs Stunden durch.
"Das ist der größte Tag meines Lebens, ich kann es nicht glauben. Das ist alles so unwirklich gerade", jubelte Heinz, der als Chipleader in den letzten Tag gegangen war.
Boris Becker gratulierte seinem Pokerstars.de-Teamkollegen: "Endlich ist ein Deutscher Weltmeister geworden. Das ist ein historischer Sieg."
Der gebürtige Bonner Heinz ist der erste Deutsche, der den Sprung in die "November Nine", an den Final Table der World Series of Poker, geschafft hatte. 6.865 Poker-Profis hatte er auf diesem Weg hinter sich gelassen. 780.000 US-Dollar Preisgeld hatte Heinz vor dem WSOP-Finale dafür schon sicher.
Bei der WM in Las Vegas erspielte sich der Wahl-Wiener bis zum Wochenende bereits satte 2,9 Millionen Euro Preisgeld. Mit 107,8 Millionen Chips stand er an der Spitze des Trios, das den Titel des Weltmeister im No-Limit Hold'em am Mittwoch unter sich ausmachte.
Heinz ging mit mehr als doppelt so vielen Chips wie Lokalmatador Ben Lamb (55,4 Millionen) und Martin Staszko aus Tschechien (42,7 Millionen) ins Finale.
Nervös machte ihn die Aussicht auf den 6,3-Millionen-Euro-Jackpot offenbar nicht. "Ich bin gut eingeschlafen. Tagsüber habe ich dann viel im Internet gesurft. Wahnsinn, wie viele mir daheim die Daumen drücken. Danke dafür", sagte Heinz der "BILD" vor dem Finaltag.
Der Neue im Pokerstars.de-Team versuchte, den Rummel nicht allzu nah an sich heranzulassen. "Ich habe mich bewusst zwischen den beiden Tagen des Finaltisches nicht viel mit Poker beschäftigt. Ich nehme das ganz gelassen."
Mit 18 Jahren begann Heinz zu pokern, zunächst vor allem online. Er erwies sich als großes Talent und hatte schnell Erfolge vorzuweisen.
Dennoch ist er bisher bewusst kein Poker-Profi, studiert stattdessen Wirtschaftspsychologie in Köln.
Der frisch gebackene Weltmeister Pius Heinz wird vom 5. bis 10. Dezember bei der European Poker Tour in Prag an den Start gehen.
Dann gibt es ein Wiedersehen mit seinen Pokerstars.de-Teamkollegen Boris Becker, Johannes Strassmann, Michael Keiner und Sebastian Ruthenberg.
"Ich freue mich sehr, ihn dort kennenzulernen und gegen ihn anzutreten", zeigte sich Becker neugierig.
